FAQ

Tiefenbiografische toxikologische  Detailanamnesen  

Bei welchen weiteren Krankheitsbildern kann eine tiefenbiografische Detailanamnese sehr hilfreich sein ?

Bei unerfülltem  Kinderwunsch  ist der Einfluß von Chemikalien  unbestritten. Aus den Erfahrungen von über 200 Detailanamnesen gibt es aber  weitere Symptome /Krankheitsbilder, wo ein Expositionsstop belastende Symptome reduzieren und manchmal  auch Leid komplett beenden konnte.  Die Datenlage ist naturgemäß dünn, aber es gibt für folgende Beschwerden medizinische  und /oder juristische  Quellen.

  • Müdigkeit, Erschöpfung  
    (Chlorverbindungen, juristisch  vor Jahren  in über 200 Fällen bestätigt)
  • Sodbrennen bzw. Gaströsophagitis
    (Metallexposition, defekte Hüftprothesen)
  • Schilddrüsenunterfunktionen
    (Metallexposition, defekte Hüftprothesen)
  • Arthralgien, d.h. Gelenkerkrankungen wie Rheuma und Arthrose
    (Metallexposition, konkret Hämochromatose)
  • Potenzprobleme, erektile Dysfunktion
    (Metallexposition, konkret Hämochromatose)
  • Leberentzündungen
    (Metallexposition, konkret Hämochromatose)
  • Seh- und Hörstörungen
    (Metallexposition, defekte Hüftprothesen)
  • Polyneuropathien
    (Metallexposition, defekte Hüftprothesen, toxische Polyneuropathie ist sogar ein offizieller medizinischer ICD Code, d.h. G62.2.)

Es gibt sicherlich weitere Krankheiten, wo Niedrigdosisbelastungen ein Trigger oder sogar den Hauptauslöser darstellen.
Da diese  Fallanalysen aber reine Privatleistungen  sind, konzentriert man sich im Patienteninteresse auf Krankheitsbilder, wo  

  • eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit besteht und twl. ergänzend  
  • klinische Studien für (nicht patentierbare)  Wirkstoffe eine sehr gute (anekdotische)  Evidenz zeigen    

Nach 3 Monaten kann sich jeder Patient selbst die Frage stellen, die nur er selbst für sich beantworten kann.   

 „Liegen meine Beschwerden weiterhin ausschliesslich kausal an der wirtschaftlich  bedeutungslosen Biologie (z.B. Infektionen, Genetik, evtl. Stoffwechselerkrankungen oder Autoimmunphänomene) ?“
 Wenn ja, dann kann man die niedrigschwellige Grundversorgung weiterhin nutzen.

Die Kosten trägt dann weiterhin die Krankenkasse, gesundheitliche Risiken von Nebenwirkungen durch Medikamente  oder später auch operative Eingriffe trägt allerdings der  Patient.
Die Medizin  sagt übrigens nicht immer, das es kausal an der Biologie liegt. Manchmal gilt es als  psychosomatisch, funktionell, multifaktorell  oder idiopathisch, d.h. unbekannt.

„Oder kann es sein, das in einer  Welt der synthetischen chemischen Verbindungen, in der wir heute alle leben, sich etwas unbeabsichtigt angereichert hat, was  irgendwann symptomatisch  wurde ?“

Dann muß man selbst detailliert  in die Retrospektive  gehen und mögliche Belastungspfade unterbrechen oder privatmedizinische Leistungen  nutzen.
Das staatliche  Krankenversicherungen solche Fallanalysen  nicht abdecken, ist übrigens  kein Zeichen von Ignoranz, sondern der einzige Weg,  eine Grundversorgung  bezahlbar, wissenschaftlich fundiert und nicht zuletzt auch rechtssicher zu machen.  
Der unbestrittene Vorteil solcher Privatleistungen aus Patientensicht: Finde ich die richtigen Auslöser rechtzeitig, ist eine komplette Heilung ohne Risiko von Nebenwirkungen möglich.

Sind privatmedizinische Leistungen notwendig, um möglichst lange gesund zu bleiben ?

Der Schwerpunkt  der evidenzbasierten  Medizin liegt auf der Biologie. Natürlich  kann die Biologie  kausal eine Erklärung für gesundheitliche Probleme sein (z.B. Infektionen). Bei Hormonstörungen, welche nicht nur bei Unfruchtbarkeit eine dominante Rolle spielen, wird die entscheidende Frage, warum es zu den Hormonschwankungen  gekommen ist, fast immer therapeutisch  überlagert.
Arzneimitteltherapien  haben allerdings immer das Risiko von Neben- und Wechselwirkungen, die man akzeptieren muß.

Jedem Bürger sollte daher bewußt sein, das medizinische Versorgung nicht gleichzusetzen ist mit gesundheitlicher Beschwerdefreiheit.
Jeder Dritte Erwachsene leidet in Deutschland unter gesundheitliche Einschränkungen länger als 6 Monate hat. Das waren zumindestens die Zahlen,  welche das RKI 2020 unter 23.000 Bürgern ermittelt hatte. (3)
Medizinethisch  besteht  der Zielkonflikt, das ein Patientenziel  („eine schnelle  Heilungsunterstützung“ )  im Widerspruch zu weiteren Versorgungsaufträgen  steht, welche widerum in privatwirtschaftlichen  Kliniken und Praxen  angestrebt wird.

Kann eine Berücksichtigung von synthetischen Verbindungen sinnvoll für die eigene Gesundheit sein ?

Die meisten Menschen leben heute in Industriegesellschaften, welche naturwissenschaftlich  auf Chemie basieren.
Akut ist fast alles harmlos, Einflüsse auf die Gesundheit können sich aber manchmal  über eine gewisse Einwirkdauer bemerkbar machen und sind  dann schwer zuzuordnen. Da Produktentwicklungen besonders im 19. Jahrhundert immer schneller waren, als sich Erfahrungsräume  darüber bilden konnten, mußten solche Risiken externalisiert werden und werden heutzutage epidemologisch reguliert und überwacht.  
Die medizinische Grundversorgung  der Allgemeinbevölkerung wurde daraufhin in den meisten westlichen Industrienationen auf ein  pragmatisches Modell umgestellt.

BIÖG: Leitbegriffe - Biomedizinische Perspektive (1)

Das biomedizinische  Modell bestimmt seit über 100 Jahren die weltweite Gesundheitspolitik, wie auch das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit beschreibt.
Es ist auch ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Modell, da es  sich bei unklaren Beschwerden fast ausschliesslich auf die Biologie  (Infektionen. Genetik, Stoffwechslstörungen, Autoimmunprozesse) fokussiert, was umfangreich therapeutisch adressiert werden kann. Gleichzeitig ist in keinem Industriestaat im gesetzlichen Auftrag zur Krankenversorgung  eine kausale Lösung bei unklaren Beschwerden verpflichtend.

Gibt es allgemein Symptome, wo man ebenfalls an synthetische chemische Verbindungen als Ursache denken kann ?

Ja und Nein. Wenn man bei z.B. 40 Beipackzetteln unterschiedlicher  Arzneimittelklassen die Nebenwirkungen  studiert, findet  man den wissenschaftlichen Beleg, das praktisch jedes Symptom auch durch eine chemische Verbindung  ausgelöst werden könnte. Das muß nicht der Auslöser sein, sofern er es aber ist, entsteht ein  „kleines“ Problem. Für  Industrie-, Umwelt- und Alltagschemikalien  existiert naturgemäß  keine  Diagnostik.
Da muß aber niemand Angst haben, da mögliche Symptome, die durch eine  oder mehrere chronische geringe Expositionen entstehen, eher milder Natur  sein dürften und - ähnlich wie bei Infektionen - häufig auch reversibel sind.
 
Solche  Risiken  lassen  sich zwar nicht diagnostizieren, aber bei entsprechender Zeit und Expertise retrospektiv gut einschätzen und fast auch unterbrechen. Das führt dann immer zu einer Symptomreduktion, wenn es rechtzeitig erfolgt, häufig sogar zu einer vollständigen Heilung, die darüberhinaus  noch wirklich 100 % nebenwirkungsfrei ist.  

Analysieren Sie auch Fälle mit einer ME/CFS ?

Bei ME (Myalgische Enzephalitis) /CFS (Chronic Fatigue Syndrom) ist natürlich auch eine starke Erschöpfung das Leitsymptom, was bereits im Namen erkennbar ist. Hinzu kommt aber mittlerweile auch das PEM, d.h. Post Externitional Malaise (16).

Bezüglich der Ursache schreibt die österreichische Gesellschaft für ME/CFS dazu
Die genaue Ursache von ME/CFS ist noch nicht bekannt. Es scheint aber eine Kombination von genetischen und Umweltfaktoren relevant zu sein. (17)

Da die Ursachen weitestgehend idiopatisch sind, könnte es sogar ein Fall für Detailanalysen sein. Umweltmedizinische bzw. industrielle Cofaktoren könnten zusätzlich Symptome triggern, auch Eigentherapien mit einer verbesserten Blutversorgung sind vielleicht hilfreich.

Es gibt aber bereits einige Ansätze mit einem Medikament namens BC007, was demnächst über Studien beforscht werden soll. Erste Ergebnisse werden ab Anfang 2024 erwartet. (18)
Da wir zusätzlich mit Patienten mit einer offiziellen ME/CFS Diagnose überhaupt noch keine Erfahrung gemacht haben, bitten wir vorerst von Anfragen diesbezüglich abzusehen.

Quellen

(2) Webseite Umwelt und Gesundheit (RKI)
Link zur Quelle

(1) Biomedizinische Perspektive (BIÖG)
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(3) Chemikalien (Umweltbundesamt)
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(1) GEDA Umfrage 2019/2020 „Gesundheitliche Lage“  (RKI)
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(1) KBV Umfrage 2021 „Chronische Erkrankungen“  (Statista)
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(4) Vortrag  „Seltene Erkrankungen“  2017 (YouTube)
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(4) Bericht BMJ Metaanalyse 2017  (Ärztezeitung)
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(5) Bericht Kernspindiagnostik 2017  (Spiegel)
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(7) Fallbeschreibung Kobaltvergiftung 2014 (Ärztezeitung )
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(8) Einzelfallberichte Holzschutzmittelvergiftung  1985 (Spiegel )
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(8) Probleme von Surrogatmarkern  (Gesundheitsinformationen )
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(9) Schädliche Fehlanreize im Gesundheitswesen  (DLF Kultur )
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(10) Cobalt intoxication 2014 (Lancet )
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(6) Fallbeschreibung Bleivergiftung 2014 (OpenJur )
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(2) Biomedizinische Perspektive (BzGA)
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